SEO und Gendern: Zwei Themen, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenpassen. Doch in Zeiten der Digitalisierung und des Wandels ist es wichtiger denn je, dass Webinhalte nicht nur für Suchmaschinen optimiert sind, sondern auch eine Sprache nutzen, die Inklusivität und Gleichberechtigung fördert. Das Gendern von Texten spielt eine immer wichtigere Rolle, um alle Menschen anzusprechen und eine inklusive Gesellschaft zu unterstützen.
Warum gendern?
Gendern ist nicht nur eine Frage der politischen Korrektheit, sondern auch der Fairness und Gleichberechtigung. Durch das bewusste Einbeziehen aller Geschlechter in unserer Kommunikation fördern wir eine Kultur der Anerkennung und des Respekts. Gendern hilft dabei, stereotype Vorstellungen von Geschlechterrollen aufzubrechen und trägt zu einer Gesellschaft bei, in der sich jede Person repräsentiert und wertgeschätzt fühlt.
Die Herausforderung des Gender Ranking Gap im SEO-Bereich
Für Marketingexpert*innen stellt das Gendern eine besondere Herausforderung dar, insbesondere im Kontext der Suchmaschinenoptimierung. Da die Verwendung gendersensibler Sprache noch nicht in der breiten Masse verankert ist, neigen viele Menschen dazu, bei Suchanfragen auf Google traditionell „männliche” Begriffe zu verwenden. Zum Beispiel wird häufiger nach „Hausarzt” als nach „Hausärztin” gesucht. Dies führt dazu, dass Webseiten, die ausschliesslich männliche Bezeichnungen verwenden, in den Suchergebnissen oft besser abschneiden als jene, die geschlechtergerechte Sprache nutzen oder weibliche Bezeichnungen verwenden. Die Konsequenz: Wird eine Seite seltener gefunden, erhält sie auch ein niedrigeres Ranking.
Beobachtungen zum Gender Ranking Gap
Um diesen Effekt zu verdeutlichen, haben wir einen Vergleich mit den Begriffen „Hausarzt”, „Hausärztin” und „Hausärzt:in” durchgeführt:

Bei der Suche nach „Hausarzt” liefert Google 57.800.000 Ergebnisse, wobei die Suchmaschine auch lokale Ergebnisse basierend auf der IP-Adresse anzeigt.

Die Suche nach „Hausärztin” resultiert in deutlich weniger Treffern, nämlich 6.770.000, wobei Google auch hier lokale Relevanz berücksichtigt.

Für „Hausärzt:in” zeigt Google 36.000.000 Ergebnisse, allerdings ohne lokale Vorschläge und mit dem Versuch, den Suchbegriff zu korrigieren.
Diese Unterschiede in den Suchergebnissen spiegeln unsere Suchgewohnheiten wider. Da die Mehrheit der Nutzer*innen nicht gendergerecht sucht, werden Webseiten mit weiblichen oder geschlechtsneutralen Formulierungen in den Suchergebnissen benachteiligt. Obwohl es heute zahlreiche Möglichkeiten gibt, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, spiegelt sich dies noch nicht in den Suchalgorithmen wider, die massgeblich unser Online-Verhalten und unsere Informationsbeschaffung beeinflussen.
Diese Beobachtungen verdeutlichen, wie wichtig es ist, Bewusstsein für das Thema zu schaffen und die Verwendung gendersensibler Sprache nicht nur in der Alltagskommunikation, sondern auch im digitalen Marketing und SEO zu fördern, um eine inklusivere und gerechtere digitale Welt zu schaffen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden.
Verschiedene Gender-Varianten
- Paarform: «Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen»
- Binnen-I: «MitarbeiterInnen»
- Gendersternchen: «Mitarbeiter*innen»
- Gender-Doppelpunkt: «Mitarbeiter:innen»
- Gendergap: «Mitarbeiter_innen»
- Schrägstrich: «Mitarbeiter/in» oder «Mitarbeiter/-in»
Wie geht Google mit gendergerechter Sprache um?
Die Integration gendergerechter Sprache in Texte stellt eine wichtige Massnahme dar, um Inklusivität zu fördern, ohne dabei die Suchmaschinenoptimierung zu vernachlässigen. Die Art und Weise, wie Sie gendern, kann die Sichtbarkeit Ihrer Inhalte in Google-Suchergebnissen beeinflussen.
Unterschiedliche Gender-Varianten und ihre SEO-Auswirkungen
Gendersternchen und Doppelpunkt: Google interpretiert das Gendersternchen (*) und den Doppelpunkt (:) oft als Leerzeichen. Dadurch werden die Begriffe getrennt wahrgenommen, beispielsweise „Elektriker“ und „in“. Dies kann zu einer breiteren Abdeckung in den Suchergebnissen führen, da beide Begriffsteile separat erfasst werden.
Unterstrich (_): Der Umgang von Google mit dem Unterstrich in gendergerechten Begriffen ist nicht einheitlich. In vielen Fällen wird der Begriff als weibliche Form wahrgenommen.
Binnen-I: Da Google die Gross- und Kleinschreibung in Suchanfragen ignoriert, wird in solchen Fällen meist nur die weibliche Form erkannt. Dies führt dazu, dass Suchergebnisse vorrangig Inhalte mit der weiblichen Form aufweisen.
Paarform: Die Verwendung der Paarform führt zu unterschiedlichen Ergebnissen bei Google. Manchmal bietet die Suchmaschine Erklärungen zu beiden Formen eines Berufsbildes an, in anderen Fällen neigt sie dazu, automatisch auf die männliche Form zu korrigieren.
Beobachtungen bei spezifischen Suchanfragen
Die Suchergebnisse für männliche und gegenderte Formen können stark variieren. Eine Suche nach „Elektriker*in“ bringt vorrangig Jobbeschreibungen hervor, während die Suche nach „Elektriker“ eher Firmeneinträge liefert. Dies verdeutlicht, wie die Wahl der Gender-Variante die Art der angezeigten Ergebnisse beeinflussen kann.
Die Entscheidung, wie in Texten gegendert wird, hat relevante Auswirkungen auf die Auffindbarkeit in Google-Suchergebnissen. Es ist wichtig, sich dieser Auswirkungen bewusst zu sein und die gewählte Gender-Strategie gegebenenfalls anzupassen, um die Sichtbarkeit und Reichweite der Inhalte zu maximieren.
Effektive Nutzung gendergerechter Sprache in Texten für besseres Ranking
Um gendergerechte Sprache in Ihren Texten zu implementieren und gleichzeitig ein gutes Ranking bei Google zu erzielen, sollten Sie mit Ihrem Team eine konsistente Schreibweise für sämtliche Kommunikationsformen festlegen. Dabei steht im Vordergrund, dass Sie primär für Ihre Zielgruppe schreiben und nicht ausschliesslich für Suchmaschinen.
Strategien für gendergerechte Sprache und SEO
Einheitliche Schreibweise definieren: Legen Sie fest, welche Form des Genderns Sie in Ihrer internen und externen Kommunikation verwenden möchten. Die Entscheidung sollte unabhängig von der Suchmaschinenoptimierung getroffen werden, um Authentizität und Konsistenz zu wahren.
Geschlechtsneutrale Formulierungen nutzen: Anstelle von spezifischen Genderformen können Sie geschlechtsneutrale Begriffe verwenden, wie „Kundschaft“, „Mitarbeitende“ oder „Teammitglieder“. Solche Begriffe lenken den Fokus auf die Rolle oder Funktion und nicht auf das Geschlecht. Beispielsweise können „Webdesign“ oder „Content-Erstellung“ anstelle von „Webdesignerin“ oder „Texterin“ verwendet werden. Durch die Verwendung genderneutraler Begriffe tragen Sie auch zur Inklusion von nicht-binären Personen bei, die sich nicht ausschliesslich als männlich oder weiblich identifizieren.
Relativsätze einsetzen: Vermeiden Sie geschlechtsspezifische Formulierungen, indem Sie Relativsätze verwenden, z. B. „Alle, die sich für das Webinar angemeldet haben…“ oder „Wer sich für das Webinar anmeldet, erhält das Whitepaper“. Dadurch umgehen Sie direkt geschlechterspezifische Ansprachen.
Anpassung an die Zielgruppe: Je nach Branche und Zielgruppe kann die Akzeptanz verschiedener Gender-Varianten variieren. Während in einigen Sektoren das Gendersternchen verbreitet ist, könnte es in anderen als unüblich gelten.
Ressourcen nutzen: Das Online-Wörterbuch geschicktgendern.de bietet eine Vielzahl von genderneutralen Alternativen und kann als nützliche Ressource dienen, um Ihre Texte inklusiver zu gestalten. ChatGPT kann auch helfen, geschlechtsneutrale Formen für Begriffe vorzuschlagen.
Die bewusste Anwendung gendergerechter Sprache in Verbindung mit strategischer SEO ermöglicht es, ein breites Publikum anzusprechen und gleichzeitig die Sichtbarkeit Ihrer Inhalte in Suchmaschinen zu verbessern. Indem Sie für Ihre Zielgruppe schreiben und gleichzeitig SEO-Prinzipien berücksichtigen, können Sie effektiv kommunizieren und Ihre Reichweite erhöhen.
SEO-Tipps für gendergerechte Sprachgestaltung
Um Ihre Webinhalte sowohl gendergerecht als auch suchmaschinenoptimiert zu gestalten, empfehlen wir folgende Ansätze:
- Gendergerechte Keywords nutzen: Bei der Auswahl Ihrer Keywords sollten Sie darauf achten, sowohl die männliche und weibliche als auch die genderneutrale Form zu berücksichtigen. Dies erhöht die Chance, dass Ihre Inhalte von einer breiteren Zielgruppe gefunden werden.
- Meta-Beschreibungen inklusiv gestalten: Ihre Meta-Beschreibungen sollten nicht nur die relevanten Keywords enthalten, sondern auch in einer gendergerechten Sprache verfasst sein. So signalisieren Sie Inklusivität und erhöhen die Relevanz Ihrer Webseite.
- Vielfalt in Bildern und Videos zeigen: Stellen Sie sicher, dass die visuellen Elemente auf Ihrer Webseite, wie Bilder und Videos, die Geschlechtervielfalt widerspiegeln. Dies trägt nicht nur zu einer inklusiven Darstellung bei, sondern verbessert auch die User Experience.
Synergie von gendergerechter Sprache und SEO
Obwohl gendergerechte Sprache und SEO auf den ersten Blick nicht perfekt harmonieren, sind sie keineswegs unvereinbar. Mit gezieltem Know-how und strategischer Planung können Sie Ihre Inhalte so optimieren, dass sie sowohl inklusiv als auch effektiv für Suchmaschinen sind. Dies fördert eine diskriminierungsfreie Online-Welt und trägt zu Ihrem Erfolg bei. Indem genderneutrale Sprache zunehmend im Internet verwendet wird, wird auch Google diese besser interpretieren und einbinden können.
Bei ONELINE unterstützen wir Sie gerne als SEO Agentur dabei, Ihre Webpräsenz sowohl gendergerecht als auch SEO-optimiert zu gestalten. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch und lassen Sie uns gemeinsam Ihre Online-Präsenz stärken und diversifizieren!