Gamification – spielerische Marketingstrategien definiert
Der englische Begriff Gamification beschreibt allgemein, Marketing einen spielerischen Ansatz zu verleihen. Im Fokus steht, ein interaktives Verhältnis zum Nutzer aufzubauen und diesen durch lockere, spielerische Handlungen emotional an Produkte und Marke zu binden. Dies muss nicht bedeuten, eine eigene Spiele-App parallel zum eigentlichen Produkt zu entwickeln.
Stattdessen steht im Vordergrund, den Weg zur Kundenkonversion so simpel wie möglich zu gestalten. Spiele oder Webtools können helfen, Prozesse der Customer Journey attraktiver zu gestalten oder Hemmschwellen zu mindern. Dieser Ansatz funktioniert sehr gut bei jungen Menschen sowie Zielgruppen, die spielerische Interessen mitbringen. Hieraus folgt: Für das B2C-Geschäft ist Gamification deutlich reizvoller als im B2B-Marketing.
Was sind Beispiele für Gamification
Webseiten und Apps verwenden den verspielten Ansatz in vielen Facetten. Oft reicht bereits eines dieser Elemente aus, um Kunden und Interessenten einen zusätzlichen Anreiz zu geben und spielerische Lust an den eigenen Produkten und Dienstleistungen zu entwickeln. Typische Beispiele hierfür sind:
- Rankings und Auszeichnungen: Nutzer einer App können virtuelle (oder echte) Belohnungen erhalten, wenn Sie sich täglich über einen festgelegten Zeitraum auf der Seite anmelden oder die App des Unternehmens öffnen.
- Tests und Quizzes: Kleine Tests lassen sich einbinden, bei deren erfolgreicher Absolvierung das Unternehmen Belohnungen von virtuellen Sternchen bis zum echten Rabattgutschein verteilt.
- Statusanzeigen: Für viele Dienstleistungen lohnt es, Status oder Fortschritt wie in einem Computerspiel einzubinden und so die Motivation des Nutzers bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
- Storytelling: Um einen alltäglichen Prozess wird eine Geschichte herum entwickelt. So wird der Nutzer zum Helden der Geschichte, der einen grösseren Fokus auf seine Erfolge mit Hilfe der Produkte und Services legt.
Eine Kombination dieser und weiterer Ansätze zum spielerischen Marketing ist problemlos möglich. Wichtig ist alleine, im Vorfeld den Nutzen für die jeweilige Zielgruppe abzuklären und diese auf das jeweilige Produkt oder den angebotenen Service anzupassen. Nicht jede Bestellung oder Handlung innerhalb einer App lässt sich beispielsweise über eine Statusanzeige verfolgen. Nicht für jeden einzelnen Klick sollte der Anbieter eine Belohnung in Aussicht stellen.
Der Nutzer als zentrale Spielfigur
Bei der Gamification des Marketings ist ein grundlegender Perspektivwechsel im Vergleich zu anderen Werbeformen notwendig. Dieser Ansatz liegt vielen Unternehmen intuitiv nicht, weshalb die Zusammenarbeit mit einer Online Marketing Agentur lohnt.
Im Rahmen der Gamification geht es nicht um die Zielgruppe als solche, auch eine einzelne Persona ist nicht zu erstellen. Stattdessen steht der einzelne Spieler im Vordergrund, der die Nutzung der eigenen App oder einen Einkauf im eigenen Shop als Teil einer spielerischen Mission ansehen sollte. Er nimmt eine Heldenrolle ein, die ihm je nach Produkt aktiv oder unterbewusst vermittelt wird.
Die aktive Heldenrolle
Ein typisches Beispiel für eine aktive Heldenrolle ist die Webseite oder App eines Fitnessstudios. Hier ist der Weg vom untrainierten Couch-Potato zum Superhelden das Paradebeispiel einer Heldengeschichte. Viele Apps dieser Art arbeiten nach dem Level-Prinzip und vergeben Erfahrungspunkte und Belohnungen, wenn bestimmte Ziele innerhalb der Trainingsreise erreicht werden.
Produkte und Services dieser Art nimmt der Kunde in Anspruch, wenn er eine aktive Veränderung seiner Persönlichkeit will. Ähnliches gilt beim Durchhalten einer Diät, dem Erlernen einer Entspannungsmethode oder ein neues Management des Alltags. Hier bietet sich eine aktive Heldenrolle an, da der Nutzer seine Heldenreise bewusst wahrnimmt und spielerisch immer neue Motivation erhält.
Die passive Heldenrolle

Die aktive Heldenbildung funktioniert nicht in jeder Branche oder bei jedem Marketing-Projekt. Für manche Nutzer wirkt es sogar abschreckend, wenn er über den Einkaufsprozess in einem Online-Shop permanent als Held gefeiert wird. Gleiches gilt im Personalmarketing, wenn ein potenzieller Bewerber spielerisch mit Vorschusslorbeeren überhäuft wird.
Bei solchen Projekten bleibt Gamification gerade bei einer jungen Zielgruppe der wichtige Ansatz. Hier sollte die aktive Heldenrolle gegen eine zurückhaltendere Vorgehensweise getauscht werden. Vereinzelte Elemente zur Motivation und Kundenführung sind besser geeignet. Gleiches gilt für Lerninhalte, die ohne kommerzielles Interesse geteilt werden. Diese sind eher dezent und ohne direkten Fokus auf den Lernenden zu vermitteln.
Wie sehr verändert Gamification den Betrachter?
Die Wissenschaft befasst sich seit Jahrzehnten mit Marketing und Werbepsychologie. Die goldene Werbemassnahme, die immer und für jede Zielgruppe funktioniert, haben sie hierbei noch nicht entdeckt. Und auch Gamification ist kein Ansatz, der in jedem Umfeld Erfolg garantiert.
Ein wesentlicher Grund, der für diverse Formen des Marketings gilt: Viele Kunden spüren direkt oder auf lange Sicht, wenn eine offensichtliche Manipulation der eigenen Interessen stattfindet. Was in den Anfängen durch die eingeleitete Heldenreise spannend und neu wirkt, kann mit der Zeit zu einer Abstumpfung führen. Umso wichtiger ist, die Heldenreise spielerisch spannend zu halten und neue Impulse zu setzen, um die Kundenbindung voranzubringen.
Unternehmen oder Betreiber von Webseiten sollten lernen, eine wachsende Wertschätzung gegenüber treuen Kunden auszudrücken. So lohnt es, grössere Belohnungen mit einem echten Mehrwert in Aussicht zu stellen, wenn Kunden bestimmte Level oder Erfahrungspunkte erlangen. Die Bereitschaft, etwas mehr in treue Kunden zu investieren, macht sich auf lange Sicht bezahlt.
Wie einen Einstieg in die Gamification finden?
Für viele Unternehmen sind spielerische Marketingstrategien eher abstrakt. Technisch und inhaltlich gibt es vieles zu planen und umzusetzen, wobei die hausinternen Marketer und Webentwicklung an ihre Grenzen stossen. Die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Online Marketing Agentur wie ONELINE erleichtert den Einstieg. Hierbei stellt sich schnell heraus, welche Ansätze bei der eigenen Zielgruppe funktionieren und welche Art von Heldenreise Sinn ergibt. Einmal etabliert, lassen sich viele Massnahmen eigenständig weiterführen oder mit anderen Formen des Digital Marketing verknüpfen.
Fazit: Gamification als Schlüssel zu emotionaler Kundenbindung
Gamification ist eine kraftvolle Marketingstrategie, die besonders in der digitalen Welt die Aufmerksamkeit der Nutzer fesselt und sie emotional an Marken bindet. Durch spielerische Elemente wie Rankings, Auszeichnungen oder Storytelling können Unternehmen nicht nur die Nutzererfahrung verbessern, sondern auch den Kaufprozess attraktiver gestalten. Dies macht Gamification zu einem wertvollen Werkzeug, insbesondere im B2C-Bereich.
Jedoch erfordert der Einsatz von Gamification eine sorgfältige Planung, um die Balance zwischen Unterhaltung und Überforderung zu finden. Es ist entscheidend, die Zielgruppe genau zu kennen und die Massnahmen entsprechend anzupassen. Eine aktive oder passive Heldenrolle für den Nutzer kann je nach Produkt und Branche variieren.
Für Unternehmen, die den Einstieg in Gamification erwägen, bietet die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Online Marketing Agentur wertvolle Unterstützung. Richtig umgesetzt, trägt Gamification dazu bei, Kunden langfristig zu begeistern, die Kundenbindung zu stärken und die Markenwahrnehmung nachhaltig zu verbessern.