Accessibility: Was versteht man unter «barrierefrei»?
Die „Accessibility“ beschreibt die Zugänglichkeit des Designs und der Inhalte auf einer Website. Dabei ist es notwendig, den Gestaltungsprozess so auszurichten, dass jeder Mensch die Webseite nutzen kann. Es soll somit sichergestellt werden, dass auch Personen mit Einschränkungen zuverlässig auf die Informationen zugreifen können.
Definition
Barrierefreiheit bezieht sich auf die Gestaltung von Umgebungen, Produkten oder Dienstleistungen, die für alle Menschen zugänglich und nutzbar sind, unabhängig von deren individuellen Fähigkeiten oder Einschränkungen. Im Kontext des Internets bezieht sich Barrierefreiheit auf die Erstellung von Webseiten und digitalen Inhalten, die für alle Nutzerinnen und Nutzer zugänglich und nutzbar sind. Eine barrierefreie Webseite berücksichtigt die Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen und ermöglicht ihnen, die Inhalte der Webseite wahrzunehmen und zu nutzen. Der Begriff «Barrierefreiheit» ist in der Europäischen Norm EN 301 549 definiert. Demnach müssen Websites leicht bedienbar, robust, verständlich und wahrnehmbar sein. Ziel der Barrierefreiheit im Webdesign ist es, eine inklusive Umgebung für alle Nutzerinnen und Nutzer zu schaffen und Diskriminierung aufgrund von individuellen Einschränkungen zu vermeiden.
Herausforderungen und Probleme
Die Barrierefreiheit im Webdesign soll Menschen mit Einschränkungen dabei unterstützen, auf die vorhandenen Inhalte zuzugreifen.
- Geistige Einschränkungen reichen von eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten bis hin zu Lernbehinderungen. Mediale Hindernisse und Wahrnehmungsbarrieren sind dabei besonders kritisch.
- Körperliche Einschränkungen umfassen motorische Einschränkungen sowie Beeinträchtigungen der Hör-, Sprach- oder Sehfähigkeit. Aus ihnen ergeben sich vor allem physische Barrieren.
- Seelische Einschränkungen können Neurosen, Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen sein. Hier können Wahrnehmungsbarrieren oder systemische Hemmnisse besonders problematisch sein.
Gesetze und Richtlinien
Die gesetzlichen Richtlinien zum barrierefreien Design treffen bislang nur auf öffentliche Stellen, staatsnahe Betriebe (SBB oder die Post) sowie öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, Schulen, Spitäler oder Bibliotheken zu. Von besonderer Bedeutung sind die folgenden Verordnungen:
- Schweizweit: der eCH-0059 Accessibility Standard
- International: die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)
- In der EU: die EU-Richtline 2016/2102
Barrierefreies Webdesign: Was ist das?
Digitale Barrierefreiheit bezieht sich auf unterschiedliche Aspekte der Gestaltung von Internetseiten. Denn obwohl das Internet grundsätzlich jedem Menschen offensteht, können nicht alle Personen auf alle Inhalte zugreifen. Hierfür hat das World Wide Web Consortium (W3C) die vier Prinzipien der Accessibility entwickelt.
Jeder dieser Faktoren zielt darauf ab, dass digitale Inhalte jedem Menschen zur Verfügung stehen. Die Grundlage dafür sind beispielsweise textliche Alternativen, ein responsives Design, kontrastreiche Darstellungen und die Berücksichtigung von Farbschwächen.
4 Prinzipien der Accessibility
- Bedienbarkeit: Die Bedienelemente sind so ausgewählt und gestaltet, dass sie jeder User nutzen kann.
- Robustheit: Der Content lässt sich mit technischen Hilfsmitteln erfassen, beispielsweise mit einem ReadSpeaker.
- Verständlichkeit: Die Navigation und Bedienung sind einfach und intuitiv. Inhalte und Bilder sind verständlich und bieten den gewünschten Mehrwert.
- Wahrnehmung: Informationen sind sofort als relevante Inhalte erkennbar. Dazu sprechen sie zumindest einen Sinn direkt an.
Diese 4 Prinzipien der Barrierefreiheit bilden die Grundlage für barrierefreies Webdesign. Ein gutes Beispiel für eine barrierefreie Website ist also eine Internetseite, die sowohl blinde oder sehbehinderte Menschen nutzen können. Gleichzeitig funktioniert ein solches Design auf sehr grossen Monitoren, aber auch auf kleinen Smartphone-Displays.
Webdesign und Accessibility: Darum ist Barrierefreiheit so wichtig
Was bedeutet Barrierefreiheit im Internet genau? Diese Frage ist von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, die Bedeutung von barrierefreiem Webdesign zu verstehen. Barrierefreie Websites funktionieren auf unterschiedlichen Endgeräten einwandfrei und unterstützen dadurch die Usability. Gleichzeitig ermöglicht die Accessibility auch körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen den Zugriff auf die vorhandenen Inhalte. Zusätzlich bietet Barrierefreiheit noch weitere Benefits:
- Die Reichweitevon Websites steigt, da der Algorithmus von Google Barrierefreiheit als Teil der Usability betrachtet. Dadurch erhält die Website ein besseres Ranking und ist leichter auffindbar.
- Im Allgemeinen verbessert sich die Usability für alle Seitenbesucher. Der Grund dafür ist eine intuitive und einfache Bedienung, aber auch ein eindeutiger Mehrwert dank hochwertig aufbereitetem Content.
- Barrierefreie Inhalte sprechen mehr Menschen an, wodurch sich die Zielgruppe erweitert.
- Ein barrierefreies Webdesign leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Verantwortung.
Barrierefreies Webdesign: So gelingt es in der Praxis
Damit barrierefreies Webdesign gelingt, ist eine besondere Expertise im Bereich Web Development notwendig. Doch trotz des zusätzlichen Aufwands gehört die Barrierefreiheit zu den absoluten Must-haves einer jeden Internetseite. Um ein solches Webdesign zu erstellen, ist es ratsam, gängige Tools zu nutzen. Ausserdem sollte man sich an die «Best Practices» halten.
Programme und Tools
Die Kosten für ein gutes Webdesign können sich durch die einwandfreie Accessibility einer Website erhöhen. Trotzdem lohnt sich diese Investition, da sie einen langfristigen Gewinn darstellt. Verschiedene Tools können hierbei Anwendung finden:
- Content-Management-Systeme (CMS) wie WordPress stellen ebenfalls barrierefreie Webdesigns zur Verfügung. Hier lohnt es sich, vorab einen Blick auf das Angebot und die Umsetzungsmöglichkeiten der Anbieter zu werfen.
- Coblis ist eine Möglichkeit, um Farbfehlsichtigkeit zu simulieren und das Webdesign entsprechend anzuzeigen.
- Ein LanguageTool hilft ebenfalls dabei, ein barrierefreies Webdesign zu testen. Hierbei liegt der Fokus darauf, ob Texte einfach zu verstehen sind.
- Kontrastrechner prüfen das Kontrastverhältnis und damit die Accessibility einer Website und der gewählten Farbkombinationen.
- Einen ReadSpeaker zu integrieren ist ein effizienter Schritt in Richtung barrierefreies Webdesign.

Praktische Tipps
Damit ein professionelles Webdesign überzeugt, muss es unter anderem barrierefrei sein. Deshalb existieren umfangreiche Guidelines, die sich detailliert mit der Thematik befassen. Zusätzlich helfen die folgenden Tipps dabei, die Barrierefreiheit von Webseiten umzusetzen:
- Die Hierarchie von Überschriften einzuhalten, sorgt für eine ordentliche Struktur und erleichtert das Lesen von Texten.
- Es ist wichtig, den Seitentitel korrekt im Titelattribut wiederzugeben.
- Die regelmässige Validierung des HTMLs trägt dazu bei, dass das Webdesign in allen Browsern wie gewünscht dargestellt wird. Dabei ist es egal, ob die Website mit WordPress, Typo3 oder einem anderen CMS erstellt wurde.
- Ein ausreichender Kontrast zwischen Hintergrund und Text ist notwendig, um die Lesbarkeit zu verbessern.
- Ein Responsive Webdesign ist wichtig, die Website auf unterschiedlich grossen Endgeräten darzustellen.
Fazit: Barrierefreie Webseiten erstellen – ganz einfach, mit der richtigen Unterstützung
Barrierefreies Webdesign ist ein essenzieller Bestandteil einer modernen und nutzerfreundlichen Website. Es verbessert die Usability, sorgt für eine bessere Erreichbarkeit aller Nutzergruppen und steigert gleichzeitig die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Unternehmen, die frühzeitig in barrierefreie Webseiten investieren, profitieren langfristig von einer besseren SEO-Performance und einer stärkeren Kundenbindung.
Eine erfahrene Webdesign Agentur wie ONELINE hilft dabei, ein professionelles, barrierefreies Webdesign zu entwickeln, das alle Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit und Rechtskonformität erfüllt. Gleichzeitig spielen SEO und Content Marketing eine entscheidende Rolle, um relevante Inhalte zugänglich und suchmaschinenoptimiert aufzubereiten. Ergänzend dazu können Google Ads und Display Marketing gezielt eingesetzt werden, um die Sichtbarkeit einer barrierefreien Website weiter zu erhöhen. Durch diese strategische Kombination gelingt es, die Online-Präsenz nachhaltig zu verbessern und den Unternehmenserfolg digital zu maximieren.